Online-Kataloge erstellen: Was kleine Unternehmen dabei beachten sollten

Ein Online-Katalog klingt zunächst nach einer simplen Sache. Produkte auswählen, Fotos einsetzen, Preise dazu, fertig. In der Praxis stellen kleine Unternehmen dann schnell fest, dass zwischen einem Katalog, der Umsatz bringt, und einem, der digital verstaubt, ein großer Unterschied liegt.

Die meisten ersten Kataloge sind wenig überzeugend. Nicht weil den Unternehmen Talent fehlt, sondern weil sie Entscheidungen treffen, ohne zu wissen, welche Auswirkungen diese haben werden. Ein paar durchdachte Überlegungen am Anfang sparen später viel Frust und Umsatzeinbußen.

Dieser Artikel nimmt die Themen vor, die in der Hektik oft übersehen werden, aber später den Unterschied ausmachen. Der Fokus liegt auf dem, was für kleine Unternehmen tatsächlich relevant ist, nicht auf einer idealen Agenturlösung, die ohnehin an Budget oder Zeit scheitert.

Warum der erste Katalog selten der beste ist

Die Erwartungen an den eigenen ersten Katalog sind oft zu hoch. Viele kleine Unternehmen verbringen Wochen oder Monate mit der Produktion, weil sie direkt ein perfektes Ergebnis anstreben. Das führt in den meisten Fällen zu einem überarbeiteten Katalog, der nie erscheint, oder zu einem, der erscheint und enttäuscht.

Besser ist es, pragmatisch zu starten. Der erste Katalog sollte funktional sein, nicht herausragend. Zwanzig gut präsentierte Produkte mit ordentlichen Fotos und klaren Beschreibungen sind mehr wert als hundert Produkte, die auf ein unmögliches Designideal warten. Sobald der erste Katalog online ist und Daten liefert, entstehen die wichtigsten Erkenntnisse für den nächsten.

Ein häufiger Fehler ist, das gesamte Sortiment in den ersten Katalog packen zu wollen. Ein Katalog ist kein Produktverzeichnis im Sinne einer Lagerliste. Er ist eine kuratierte Auswahl, die dem Leser eine bestimmte Botschaft oder ein bestimmtes Thema vermittelt. Wer diesen Unterschied versteht, produziert bessere Ergebnisse von Anfang an.

Kleine Unternehmen unterschätzen außerdem oft, wie viel sie mit einfachen Mitteln erreichen können. Gute Smartphone-Fotos, konsistentes Licht und saubere Texte reichen für die meisten Branchen aus. Professionelle Studiofotografie ist dort sinnvoll, wo das Produkt sie verlangt, aber nicht als Grundvoraussetzung für den Start.

Inhalt vor Design: Was wirklich zählt

Der Inhalt eines Katalogs ist wichtiger als sein Aussehen. Das wird oft umgekehrt wahrgenommen, weil visuelle Probleme sofort sichtbar sind, während inhaltliche Schwächen erst im Nachhinein auffallen.

Produktbeschreibungen sind dabei der Punkt, an dem die meisten Kataloge schwächeln. Generische Formulierungen vom Hersteller bringen niemandem etwas. Der Leser will wissen, warum gerade dieses Produkt bei diesem Anbieter interessant ist, wer es benutzt hat, und in welchem Kontext es funktioniert. Ein kurzer persönlicher Satz vom Händler, der das Produkt tatsächlich kennt, ist mehr wert als drei Absätze aus dem Katalogtext des Lieferanten.

Die Reihenfolge der Produkte verdient ebenfalls mehr Aufmerksamkeit, als sie meistens bekommt. Der erste Eindruck entscheidet, ob jemand weiterliest. Die stärksten Produkte, saisonal passenden Themen oder die eigenen Spezialitäten gehören nach vorne. Alles, was nur zur Vollständigkeit dabei ist, kann später folgen oder ganz weggelassen werden.

Geschichten rund um die Produkte funktionieren erstaunlich gut. Wie ein Produkt entsteht, wer es herstellt, welche regionale Verbindung es gibt, warum sich das Unternehmen gerade für diese Auswahl entschieden hat. Gerade kleine Unternehmen haben hier einen Vorteil gegenüber großen Händlern, nutzen ihn aber selten. Ein Katalog ist der perfekte Ort dafür.

Die Frage nach dem richtigen Werkzeug

Die Auswahl des richtigen Tools zur Katalogerstellung ist für viele kleine Unternehmen überfordernd. Die Angebotspalette reicht vom einfachen PDF-Export bis zu professionellen Plattformen mit umfangreichen Funktionen, und nicht alles ist für jede Größenordnung sinnvoll.

Entscheidend sind ein paar praktische Kriterien. Das Tool sollte auf mobilen Geräten gut funktionieren, denn dort findet der Großteil des Konsums statt. Es sollte schnell laden, auch bei vielen Produktfotos. Es sollte sich einfach teilen lassen, per Link, E-Mail und Social Media. Und es sollte Daten liefern, damit das Unternehmen versteht, was funktioniert und was nicht.

Eine Plattform wie Publitas deckt diese Anforderungen ab und ist auch für kleine Unternehmen praktikabel, die keine eigene Marketingabteilung haben. Die Produktion fühlt sich eher wie das Layout einer Präsentation an als wie ein Entwicklungsprojekt, was für die Akzeptanz im Team einen großen Unterschied macht.

Wichtig ist, sich nicht vom Funktionsumfang blenden zu lassen. Viele Werkzeuge werben mit Möglichkeiten, die für die meisten kleinen Unternehmen völlig irrelevant sind. Entscheidend ist, ob die Basisfunktionen solide sind und der Arbeitsalltag damit angenehm ist. Ein Werkzeug, das hundert Funktionen hat, aber beim Produzieren hakt, ist schlechter als eines, das weniger kann, aber zuverlässig funktioniert.

Rechtliche Punkte, die oft vergessen werden

Ein Online-Katalog ist rechtlich nicht gleich ein Printkatalog, und in Deutschland gibt es dabei einige Punkte, die Unternehmen gerne übersehen. Die Impressumspflicht greift auch hier, sobald der Katalog öffentlich zugänglich ist und im geschäftlichen Kontext steht. Ein Hinweis mit den gesetzlich vorgeschriebenen Angaben sollte entweder im Katalog selbst oder gut sichtbar verlinkt sein.

Die Datenschutzgrundverordnung ist das zweite Thema, das kleine Unternehmen oft unterschätzen. Wenn der Katalog Tracking-Funktionen nutzt oder Lesestatistiken erfasst, müssen die Besucher darüber informiert werden. Gute Plattformen geben dabei Hilfestellungen und stellen die nötigen Texte bereit, aber die Verantwortung liegt beim Unternehmen.

Bei Preisangaben ist Vorsicht geboten. Preise im Katalog müssen korrekt, aktuell und rechtlich einwandfrei ausgewiesen sein, inklusive Mehrwertsteuer bei Privatkunden und Hinweisen zu Versandkosten. Ein Preis, der im Katalog anders erscheint als im Shop, ist nicht nur für den Kunden ärgerlich, sondern kann auch zu rechtlichen Problemen führen.

Bilder und Inhalte Dritter sind der dritte häufige Stolperstein. Produktfotos vom Hersteller dürfen nicht einfach übernommen werden, ohne die Nutzungsrechte geklärt zu haben. Das gleiche gilt für Texte, Logos und Grafiken. Gerade kleine Unternehmen sparen hier gerne Zeit und holen sich dabei Abmahnungen ins Haus, die vermeidbar gewesen wären.

Verbreitung: Ein Katalog ohne Leser ist wertlos

Ein Katalog nur auf der Website einzubetten und zu hoffen, dass jemand ihn findet, ist einer der häufigsten Fehler. Die Produktion hat Zeit und Geld gekostet, und die eigentliche Arbeit beginnt erst, wenn der Katalog fertig ist.

Der E-Mail-Verteiler ist der wichtigste Verbreitungskanal für die meisten kleinen Unternehmen. Bestandskunden, die das Unternehmen kennen, öffnen E-Mails mit einem neuen Katalog deutlich häufiger als jede fremde Zielgruppe. Entsprechend lohnt sich der Aufbau und die Pflege einer eigenen E-Mail-Liste mehr als fast jede andere Marketinginvestition.

Social Media ergänzt das gut. Ein Katalog lässt sich in Abschnitten teilen, als Story-Reihe präsentieren oder als Link in der Biografie platzieren. Die entscheidende Einsicht ist, dass ein Katalog nicht einmal geteilt wird und dann erledigt ist, sondern über Wochen in unterschiedlichen Formaten immer wieder hervorgehoben werden kann.

Lokale Kooperationen sind ein oft übersehener Kanal. Andere Händler in der Nachbarschaft, lokale Medien, Gewerbevereine oder Tourismusverbände können Reichweiten erzielen, die ein einzelnes kleines Unternehmen allein nicht erreicht. Wer hier Beziehungen pflegt, hat bei jeder Katalogveröffentlichung einen Vorteil, den keine Werbung ersetzen kann.

Messen, was tatsächlich funktioniert

Der Vorteil eines digitalen Katalogs gegenüber einem gedruckten ist, dass man seinen Erfolg tatsächlich nachvollziehen kann. Diese Daten werden aber nur dann wertvoll, wenn das Unternehmen sie auch anschaut und daraus lernt.

Wichtig sind nicht die beeindruckenden Zahlen, sondern die Muster. Welche Seiten werden am längsten angeschaut? Wo brechen die Leser ab? Welche Produkte führen zu Klicks auf den Shop? Diese Fragen haben praktische Antworten und verändern die Produktion des nächsten Katalogs in eine Richtung, die messbar bessere Ergebnisse bringt.

Der Vergleich zwischen Katalogausgaben ist dabei besonders lehrreich. Ein Unternehmen, das vier Kataloge im Jahr veröffentlicht und die Ergebnisse jedes Mal auswertet, hat nach einem Jahr ein viel klareres Bild von seiner Zielgruppe als eines, das denselben Aufwand in einzelne Social-Media-Posts steckt. Der Katalog wird so nicht nur zum Verkaufsinstrument, sondern auch zum Werkzeug für bessere Entscheidungen im restlichen Geschäft.

Der Katalog wird selten beim ersten Mal richtig gut

Kleine Unternehmen, die sich gegen einen Online-Katalog entscheiden, begründen das oft mit zu wenig Zeit, zu wenig Know-how oder der Angst, etwas Falsches zu machen. Alle drei Argumente haben einen Kern, stimmen aber nur, wenn man den Katalog als einmaliges Großprojekt begreift. Als wiederkehrender Arbeitsprozess sieht die Rechnung anders aus.

Der erste Katalog wird nie perfekt, und das ist völlig in Ordnung. Der zweite wird besser, der dritte noch besser, und nach einem Jahr Routine hat das Unternehmen einen Kommunikationskanal aufgebaut, der jeden Monat messbar zum Geschäft beiträgt. Das ist mehr wert als der perfekte Katalog, der nie erscheint.

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